Ranz

Jungrüde Den Begriff ranzig kennen wir auch von Sachen die nichts mit Tieren zu tun haben. Altes, schlecht gewordenes Fett wird so bezeichnet. Es ist nicht mehr glänzend, sondern stumpf.
So auch bei den Frettchen, kommen sie in die Ranz wird ihr Fell stumpf, es verliert an Glanz und wird strohig.
Ranzverlauf bei Frettchen die natürlich gehalten werden.
Je nach Dauer des Winters setzt die Ranz ein. Eine Fähe kommt ab März in die Ranz. Dabei schwillt ihre Nuss ( auch Schnalle genannt )langsam an. Von Erbsen groß bis zu Kirschgröße. Die Farbe wechselt von zart rosa bis hin zu einem blassen rosa.
Die Fähen sind die Sesshaften. Sie haben ihren Bau in dem sie leben. Der Rüde ist der Wanderer. Er besucht die Fähen. Der Rüde kann eine Fähe die in der Ranz ist auf 2 Km Entfernung riechen.
Fähen können ihr Revier auch markieren, mit Kot, Urin und einem Ausfluss aus der Nuss.
Ein derartiges Verhalten, also anschwellen des Geschlechtsteils, ist bekannter bei den Affen.
Die angeschwollene Nuss signalisiert dass die Fähe Aufnahme bereit ist. Dringt nun der Rüde beim Deckakt in die Fähe ein und beißt sie gleichzeitig im Genick, so wird dadurch der Eisprung ausgelöst. Die Fähe kann nun trächtig werden. Die Nuss schwillt innerhalb der nächsten 3 Tage ab. Die Trächtigkeit beendet die Ranz.
Wird eine Fähe nicht gedeckt so verschwindet die Ranz nach spätestens 6 Wochen. Nach einer, je nach Fähe, unterschiedlich langen Pause beginnt die Ranz auf neue. Nur dauert die Ranz jetzt länger an bis 9 Wochen. Die Ranzzeiten werden immer länger und die Pausen dazwischen immer kürzer.
Im Spätherbst, wenn die Tage merklich kürzer werden und die Temperaturen sinken kommt die Fähe komplett aus der Ranz. Über die Winterzeit ist Ruhe.
Die Fähe kommt zwar dauernd in die Ranz, es ist aber noch keine Dauerranz!

Dauerranz

Erst seit die Frettchen bei den Menschen in deren Wohnungen leben gibt es den Begriff Dauerranz. Dem Frettchen fehlen die natürlichen Lichtverhältnisse und die Temperaturen.
Kunstlicht, Fernsehen und Straßen Beleuchtungen so wie geheizte Zimmer machen es dem Frettchen unmöglich seinen Biorhythmus einzustellen. Aus diesem Grund kommen die Fähen nicht mehr aus der Ranz heraus.
Diese so genannte Dauerranz führt zu einer hochgradigen Anämie. Diese Anämie verursacht Blutgerinnungsstörungen und führt zu Leberproblemen. Durch die freigesetzten Östrogene ist die Fähe vergiftet. Diese Vergiftung führt, mehr oder weniger schnell, zu Fellausfall, die Grannenhaare fallen aus und die Fähe stirbt.
Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen sollten Fähen spätestens nach der dritten Woche, in der sie in der Ranz sind kastriert werden.

Die Ranz beim Rüden ist weniger problematisch. Störend ist der Geruch und das ständige markieren. Tiere die in der Ranz sind fressen weniger. Bis weilen verweigern sie die Nahrungsaufnahme. Das gilt auch für Fähen. In solch einem Fall muss der Rüde auch sofort kastriert werden. Zudem wollen nicht kastrierte Rüden alles decken was nicht schnell genug in Sicherheit ist. In der Wohnung sollten nur kastrierte Tiere leben. Schon allein wegen dem Geruch eines ranzigen Rüden.
Hier ein Blick auf das Geschlechtsteil einer Fähe.
Als Nächstes ist dann eine normale Ranz zu sehen.
Das letzte Bild zeigt eine Fähe in der Dauerranz. Leicht erkennbar die übergroße Nuss und der Fellausfall.
Diese Stadium der Ranz ist für die Fähe gefährlich und ohne Gegenmaßnahmen tödlich.