Herkunft und Geschichte der Frettchen

Abstammung und Entwicklung

Frettchen, was ist das?
Immer noch ein Wildtier, das von den Menschen vor ca. 4500 Jahren gezüchtet worden ist um Haus und Hof von Mäusen und Ratten zu befreien. Streng genommen ist das Frettchen von seinem ersten Erscheinen her ein Hybride. Danach wurde das Frettchen als Jagdhelfer entdeckt. Gehen wir ein paar tausend Jahre zurück.

Der Ursprung der Frettchen wird im europäischen Waldiltis oder im afrikanischen Steppeniltis vermutet. So genau weis es keiner und zu belegen ist es auch wiederum nicht. Zudem wird die Möglichkeit dass es 2 Grundzuchtlinien gegeben hat für möglich gehalten. Also eine Zucht vom europäischen Waldiltis ausgehend und eine weitere die vom afrikanischen Steppeniltis herausgekreuzt worden ist. Mit zeitlichen und örtlichen Verschiebungen. Wobei Spanien und Griechenland für die jeweilige Grundzucht stehen können. In Griechenland gibt es frühzeitigen Nachweis darüber dass Damen aus der gehobenen Gesellschaft Frettchen zur Unterhaltung hielten. Über Spanien und Marokko ist die andere Linie hin zu vermuten. Wobei auch die Ägypter noch in diese Gruppe mit eingerechnet werden sollten. Genaues ist jedoch nicht dokumentiert. Die Grundfarbe ist auf jeden falls das Albinofrettchen. Gezüchtete Eigenschaften sind eine schlanke Körperform und eine enorme Beißkraft so wie das weise Fell und die roten Augen. Frettchen waren Jagdhelfer und sind es immer noch, daher wurden ihnen diese Eigenschaften nicht weggekreuzt oder rausgezüchtet. Im Gegensatz zu Hund oder Katze wo diese Merkmale im laufe der Jahre bei bestimmten Rassen total weggefallen sind.
Die Jagd mit Frettchen heißt „Frettieren“. Bei dieser Jagdmethode werden satt gefütterte, schlanke und bissige Albinofrettchen in die Bauten von Kaninchen gelassen. Das Kaninchen erkennt früh den Feind und verlässt in Panik den Bau. Ein leichtes spiel jetzt für den Jäger. Er braucht nur noch die zuvor angebrachten Reusen und Netze zu leeren. Um bei der Jagd mit Schusswaffen das Frettchen besser erkennen zu können wurde die Albinoart bevorzugt. Im 18. und 19. Jahrhundert begann man durch einkreuzen von wilden Iltissen wieder Farbe in das Fell des Frettchens zu bringen. Nach dem 2. Weltkrieg war das Frettchen eine sehr beliebte Tierart geworden. Es verhalf der Bevölkerung seine Nahrung zu beschaffen. Seither sind die Frettchen in ihrer Beliebtheit ständig weiter gestiegen. Ab 1970 explodierte die Nachfrage nach den kleinen Kobolden die so verspielt und anhänglich sein können. Viele wollten so ein Tier haben weil es eine sehr Beeindruckende Wirkungen auf Menschen hat.

Frettchen, sind das Hybriden?

Als erstes etwas über den Begriff HYBRIDE.

Der Ausdruck Hybrid hat zwei Herkunftsarten und zwei Bedeutungen. Zum einen stammt der Ausdruck Hybrid von dem lateinischen Fremdwort griechischen Ursprunges Hybrida, -ae, m, ab und hat die Bedeutung von etwas Gebündeltem, Gekreuztem oder Gemischtem. Zum anderen lässt sich das Wort direkt aus dem Griechischen ableiten und bedeutet hochmütig, überheblich oder vermessen. Die Herleitung inklusive Bedeutungswandel ist nicht geklärt.



Unter einer Hybride (Mischling, Bastard) versteht man ein Lebewesen, das durch Kreuzung von Eltern verschiedener Zuchtlinien, Rassen oder Arten hervorgegangen ist. Der Begriff Hybride ist insbesondere in der Pflanzenzucht verbreitet, wird aber zunehmend auch in der Tierzucht verwendet.
In der Hybridzucht nutzt man den Heterosis-Effekt aus, der - im Vergleich zu reinerbigen Lebewesen - zu mehr Vitalität und Leistungsfähigkeit führt. So kann der Heterosis-Effekt beispielsweise bei Getreide-Arten wie dem Mais zur Verdopplung der Erträge führen.
Werden Hybriden aus verschiedenen Arten erzeugt, dann sind sie in der Regel nicht fruchtbar (Beispiel Maulesel und Maultier, zwei Kreuzungen von Pferd und Esel). Hybriden, deren Eltern der selben Art angehören, sind dagegen fruchtbar, allerdings tritt nach den Mendelschen Gesetzen ab der F2-Generation eine Aufspaltung der Merkmale ein.
Deshalb verwendet man in der Hybridzucht reinerbige Zuchtlinien als Parentalgeneration. Die entstehenden Hybriden gehören zur ersten Filialgeneration (F1-Generation). Daher spricht man auch von F1-Hybriden. Sie sind genetisch uniform.
Die Hybridzucht hat allerdings nicht nur Vorteile. Einerseits werden die reinerbigen Zuchtlinien für die Parentalgeneration immer weniger vital. Andererseits werden alte Sorten - und damit auch ein erhebliches genetisches Reservoir - vom Markt verdrängt, so dass die genetische Vielfalt insgesamt sinkt. Zudem bedeutet die Verwendung von Hybridsaatgut eine gesteigerte Abhängigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe von den Saatzuchtbetrieben.
Spontan in der Natur ohne menschliches Zutun entstandene Kreuzungen (vor allem bei Pflanzen) werden Naturhybriden genannt.

Da das Frettchen ja nicht in unserer Evolutionsgeschichte vorkommt und erst vom Menschen " gezüchtet" worden ist dürfte nun klar sein: Das Frettchen ist ein Hybride!

Wird fortgesetzt.

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